"Hamburg hat viel zu bieten, muss sich aber besser verkaufen!"
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- Kategorie: Aktuelles
- Veröffentlicht am 14. Mai 2012
- Geschrieben von PReventas Hamburg
Die Gastgeberinnen Prof. Simone Young, Sabine Rossbach, Rhea Harder mit Lars Meier
Die Hansestadt als Kulturstätte im Fokus des Dialogs beim 13. Hanse Rendezvous
Hamburg – Montag, 14. Mai 2012. „Nach einer Premiere schlafe ich sehr schlecht!“ antwortet Simone Young auf die Frage, wie es ihr gewöhnlich nach einem solchen Ergebnis ergehe. „Deshalb umgebe ich mich im Anschluss immer mit lieben Freunden und versuche erst einmal abzuschalten!“ Die Gäste des 13. Hanse Rendezvous erhielten gestern in der Hamburgischen Staatsoper außergewöhnlich persönliche Eindrücke ihrer Gastgeber, die sich im Dialog mit Veranstalter Lars Meier Fragen zur Kultur und aktuellen Geschehnissen der Stadt Hamburg, im Besonderen der jeweils durch sie repräsentierten Branchen, stellten.
Prof. Simone Young (Opernintendantin und Generalmusikdirektorin der Hamburgischen Staatsoper), Prof. John Neumeier (Ballettintendant Hamburgische Staatsoper), Sabine Rossbach (Direktorin NDR Landesfunkhaus Hamburg) und Rhea Harder (Schauspielerin) luden einen exklusiven Kreis von 100 Gästen aus den Bereichen Musik, Film und Bühne sowie kulturunterstützende Medien und Wirtschaft zu einem ergiebigen Austausch in die Stifter Lounge der Staatsoper ein. Im Laufe des Abends wurde immer wieder deutlich, was die Verbindung der Kulturbranchen untereinander für einen Stellenwert einnimmt.
„Vernetzung ist unglaublich wichtig. Seit Jahren schon begleiten wir die Aktivitäten der Oper sowohl durch den Hörfunk als auch im TV“, erklärt Sabine Rossbach. „NDR 90,3 ist beispielsweise ein Medium, das wirklich jedem Hörer den Zugang zu Kultur, insbesondere zur Hochkultur, ermöglichen soll. Es ist uns ein Bedürfnis, Hemmschwellen abzubauen, damit möglichst viele Menschen in den Genuss des überdurchschnittlichen Kulturangebotes dieser Stadt und des Nordens im Allgemeinen kommen.“
Simone Young konnte dies nur bestätigen und fügte hinzu, dass es wichtig sei, möglichst früh zukünftige Hörer und Zuschauer für die Oper zu begeistern: „Nachwuchsförderung wird bei uns groß geschrieben. Die „Opera Piccola“ beispielsweise ist von Kindern für Kinder konzipiert und lässt bereits kleine Musikerherzen höher schlagen!“
Bei so vielen Inhalten und Projekten stellt sich die Frage, wie wichtig am Ende der Applaus, vor allem seitens der Presse, für die Kulturinstitutionen dieser Stadt sein darf. Simone Young wusste hier zwischen privat und beruflich zu unterscheiden. „Als ernst zu nehmende Künstlerin interessiert es mich wenig, was die Presse über mich und meine Arbeit berichtet. Als Intendantin dieses Hauses hingegen habe ich natürlich ein Interesse daran, wie unser Betrieb in der Öffentlichkeit dargestellt wird, damit wir auch wirtschaftlich Erfolg haben können.“
Eine deutlich andere Meinung vertrat Schauspielerin Rhea Harder, die klarstellte, dass für sie persönlich die öffentliche Meinung eine große Rolle spiele: „Ich glaube nicht, dass man sich als öffentliche Person ganz frei machen kann von den Meinungen anderer, im Speziellen von den Statements der Presse. Das lässt einen selbst überheblich rüber kommen und ich gebe gern zu, dass mir das Spiel mit den Medien großen Spaß macht. Am Ende ist alles ein Geben und ein Nehmen.“
Ein Umstand, der alle Beteiligten eint, ist die Tatsache, dass sie auch den beruflichen Alltag außerhalb Hamburgs kennenlernten und präzise erläutern konnten, was die Arbeits- und Kulturstätte der Hansestadt ausmacht. Rhea Harder, die zuvor in Berlin lebte und arbeitete, weiß nun, dass der Hamburger an sich schwer zu durchschauen ist und einem den Eintritt in die Gesellschaft zuweilen schwer macht.
Dennoch: „Bist Du einmal Freund, dann auch für immer!“ Sabine Rossbach vermisste während Ihrer Zeit am Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin das außergewöhnliche Kulturangebot Hamburgs: „Wir haben großes Glück, können wir uns doch jederzeit mit Kultur umgeben, wenn wir Muße und Lust dazu haben. Leider weiß man dies meistens erst dann zu schätzen, wenn man es auch anders erleben durfte.“ Simone Young findet es schade, dass Hamburg als Kulturhochburg international leider nicht ausreichend gewertschätzt wird: „Diesbezüglich ist Hamburg im Ausland fast noch ein Geheimtipp! Dabei ist Hamburg doch eine Weltstadt und wir haben kulturell so viel zu bieten! Das müssen wir besser kommunizieren!“
John Neumeier kam gestern leider gar nicht zu Wort, musste er sich doch ausgiebig einer Generalprobe widmen, die wesentlich länger dauerte, als erwartet. Die Gäste feierten dennoch lange und ausgiebig, schließlich gab es viel Aktion und Entertainment zu erleben. Die Hanse Rendezvous Kulturkiste erfreute sich großer Beliebtheit. Insgesamt zehn Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Kulturtipps und Projekte den anderen Gästen ans Herz zu legen. So verriet Musiker Justin Balk, dass Max Mutzke beim Elbjazz Festival auftreten wird, obwohl dies nicht offiziell angekündigt wurde. Schaupieler Michael Prelle verwies auf die Zusatzvorstellung im Schauspielhaus von „Fleisch ist mein Gemüse“ von Studio Braun und verschenkte spontan zwei Tickets.
Die Beantwortung der Fragen des legendären Hanse Rendezvous Quiz meisterte gestern zwei Personen besonders gut. Bert Siegel (Geschäftsführer Cult Promotion) durfte sich über eine Einladung für zwei Personen zur Medienpremiere von „Rocky – das Musical“ freuen; Schauspielerin Andrea Lüdke gewann einen 500 Euro Gutschein für das Alsterhaus Hamburg.
Unter den Gästen:
Nikolaus Besch (Intendant Hamburg Theater Festival), Dr. Carsten Brosda (Leiter des Amtes für Medien der Freien Hansestadt Hamburg), Gareth Davies (Head of International Kontor Records GmbH), Jürgen Hunke (Geschäftsführender Gesellschafter Hamburger Kammerspiele), Axel Schneider (Intendant Hamburger Kammerspiele), Andreas Knoblauch (Geschäftsführer Studio Hamburg Produktion Gruppe GmbH), Franz Plasa (Inhaber und Produzent Home Studios GmbH), Egbert Rühl (Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH), Alexander Schulz (Geschäftsführer Reeperbahn Festival GbR), Sängerin Bahar Kizil, Clas Eckholt (Head of Product Management Stage Entertainment Veranstaltungsgesellschaft mbH), Jane Comerford (Sängerin, Tänzerin und Dozentin), Musiker Michy Reincke.


